"Liebes Globetrotter-Team und alle, die
bei der Organisation unserer Reise beteiligt waren!
Vorweg sei gleich gesagt, dass dieser Urlaub alle
unsere Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern auch übertroffen hat. Freilich haben wir
vor Antritt der Reise die diversen Einträge gelesen und gehofft, dass wir ähnlich
begeistert sein werden, aber wie unglaublich fantastisch es dann werden würde, das haben
wir nicht gedacht.
Aber nun zum Beginn. Nachdem wir uns vor etwa
einem Jahr dazu entschlossen hatten zu heiraten und unsere Hochzeitsreise nach Afrika zu
machen, haben wir uns diverse Reiseführer gekauft und uns erst einmal über das Land
informiert, die Klimazonen, die Regionen, was es wo und wann zu sehen gibt und dann
sondiert, was wir denn eigentlich erleben möchten. Da mein Mann schon von Kindheit an
einmal den Ngorongoro Krater sehen wollte und wir die Serengeti auf unserem Soll-Konto
stehen hatten, war schnell entschieden, dass es nach Tanzania gehen sollte. Eine Safari
sollte es werden und ein anschließender Badeaufenthalt mit Tauchen auf Zanzibar.
Es dauerte etwas, bis wir durchschauten, was
Tented Lodges, Selected Special Campsites, Public Campsites, normale Lodges usw. waren und
wir waren uns auch nicht ganz sicher, ob wir so eine durchgeplante Safari überhaupt
machen wollten wenn man schon am Beginn der Reise weiß, wo man an welchem Tag sein
wird. Schließlich waren wir bisher immer nur auf eigene Faust unterwegs und meistens auch
im Zelt, aber bis dato waren wir auch nur in Ländern, die unserem Kulturkreis entsprechen
und sowohl bei Flora und Fauna mit Ähnlichem aufwarten können, wie Österreich, als auch
bei den Menschen und deren Lebensumständen. Nun denn, ich schrieb eine Zusammenstellung
von den uns wichtigen Punkten und fragte damit bei diversen Safari-Anbietern in
Deutschland, der Schweiz und auch in Afrika per Mail an. Manchen schien es nicht der Mühe
wert, überhaupt zu antworten, andere wiederum schickten ein vorgefertigtes Programm mit
fixem Termin retour, meist für Gruppenreisen. Einer der wenigen, die mich anriefen, war
Klaus Cholewa. Nachdem wir uns knapp eine Stunde darüber unterhalten hatten, was wir denn
schon von diesem Land kennen, was wir unbedingt sehen möchten, wie unsere Vorstellungen
überhaupt sind, wann der richtige Reisezeitraum sei etc. war ich zuversichtlich, eine
Agentur gefunden zu haben, die nicht nur Ahnung von ihrem Geschäft hat, sondern auch
Interesse daran, das Land ihren Kunden den eigenen Bedürfnissen entsprechend nahe zu
bringen. Wir bekamen kurz darauf ein individuell zusammengestelltes Programm, das wir im
weiteren Verlauf unserer Planungen mehrmals nach den Ratschlägen und Erfahrungen von
Klaus Cholewa abänderten und unseren Vorstellungen anpassten. Beispielsweise riet er uns,
so oft als möglich auf Special Campsites zu übernachten (was wohl der beste Tipp der
ganzen Reise war) oder aber unsere dritte Woche nicht auf Zanzibar zu verbringen (wir
wollten tauchen gehen), sondern auf einer Insel namens Mafia, südlicher gelegen. Wir
verließen uns letztlich auf jemanden, den wir nicht kannten und dessen Job es war, Reisen
zu verkaufen. Ein bisschen Zweifel und Sorge darüber, ob das denn alles so werden würde,
wie wir uns das vorgestellt hatten, blieben also.
Nun denn, am Samstag, 28. November 2009 sollte es
losgehen. Wir flogen mit KLM von München über Amsterdam nach Tanzania und landeten gegen
22.00 Uhr am Kilimanjaro International Airport. Dort wurden wir bei angenehm warmen
Temperaturen bereits von Kimambo erwartet, der uns zur Mt. Meru Sanctuary Lodge brachte...
...Er ist sehr zurückhaltend und ruhig, weiß unglaublich viel über sein Land, die Tiere
und die Pflanzen, fährt den Landcruiser extrem bedacht und sicher, was eine Kunst ist bei
den sog. Strassen und ihm entgeht nichts mit seinen Adleraugen". Wir haben
seine Gesellschaft, sein Wesen, sein Wissen und seine unaufdringliche Art sehr zu
schätzen gelernt. Auch der Rest der Crew, der uns auf unseren Special Campsites begleiten
sollte, ist uns sehr ans Herz gewachsen. Allen voran Goody, unser Koch, der uns mit
unglaublichen 3-Gänge-Menüs verwöhnte und auf seinem offenen Feuer Essen zauberte, die
sich auch hier in Europa keineswegs verstecken müssen. Im Gegenteil, sein Essen, das ja
unter wirklich widrigen Umständen zubereitet wird, war besser, als all jene, die wir in
den diversen Lodges bekamen und wir freuten uns jedes Mal aufs Neue, was es denn diesmal
wieder geben wird. Mit von der Partie waren außerdem Asafa und Boka, die uns
bedienten", wenn man so will. Sie waren für den Aufbau des Camps zuständig,
servierten das Essen und erfüllten uns auch sonst jeden unserer Wünsche, sofern es in
ihrer Macht lag. An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal ganz herzlich bei ihnen
bedanken!
Unsere Safari sollte 14 Tage dauern und uns in
folgende Regionen bringen: Arusha Nationalpark, Lake Manyara Nationalpark, Lake Natron,
Serengeti bzw. Seronera, Ngorongoro Area und Crater und Tarangire Nationalpark. Der Arusha
Nationalpark ist in Ordnung als Einstieg für diejenigen, die noch nie in Afrika waren,
wie wir. Man sieht dort Giraffen, Paviane, Wasserbüffel, diverse Bockarten, Flamingos,
Zebras und einiges mehr. Wesentlich beeindruckender ist dann schon der Lake Manyara
Nationalpark, denn die Landschaft da ist fantastisch und sehr abwechslungsreich es
gibt dort einige der bekannten Baobab Bäume und auch die Tierwelt bietet mehr als
der Arusha Nationalpark. Beispielsweise konnten wir Nilpferde und Elefanten sehen, aber
auch Gnus, Gazellen, Warzenschweine und sogar Löwen in einiger Entfernung.
Wer zeitlich die Möglichkeit hat, zum Lake Natron
zu kommen, sollte dies unbedingt machen. Die Landschaft dort ist derart fantastisch und so
verschieden von dem bis dato gesehenen, dass einem manchmal der Atem wegbleibt.
Nun aber zur Serengeti: Sollten wir gefragt
werden, welches Gebiet uns am meisten gefallen hat und was wir besonders empfehlen
würden, dann ist es auf jeden Fall die Serengeti. Man sollte sich für diesen Teil soviel
Zeit wie möglich nehmen, denn es ist so facettenreich und vor allem riesig, dass man
Wochen hier verbringen könnte. Abgesehen davon hatten wir das Glück, oder vielmehr hat
Hr. Cholewa unseren Urlaub und unsere Aufenthalte so getimt, dass wir die Great Migration
in der Serengeti sehen durften, was wirklich überwältigend ist. An Tieren sieht man hier
alles, was das Herz begehrt und vor allem aus einer Distanz, dass eine Pocketkamera
ausreicht, um die Tiere bildfüllend aufnehmen zu können (wir hatten sogar einen
Leoparden direkt neben dem Auto).
Unsere Erwartungen hinsichtlich des Ngorongoro
Kraters waren groß, schließlich hatten wir schon Dokumentationen gesehen und viel
darüber gelesen. Wir wurden nicht enttäuscht. Wenn man das erste Mal am Kraterrand steht
und in die Caldera blickt, meint man, der Garten Eden liegt vor einem. Man muss allerdings
auch dazusagen, dass es vollkommen ausreicht, hier nur einen Tag zu verbringen, denn man
kann in ein paar Stunden alle vorhandenen Strassen abfahren. Nachdem wir laut unserem
Programm lediglich einen Tag im Krater verbringen sollten, hatten wir nämlich zunächst
die Befürchtung, dass das viel zu kurz sein würde.
Am Ende unserer Safari fuhren wir auch noch in den
Tarangire Nationalpark, der bekannt ist für seine riesige Elefantenpopulation. Und es
stimmt, die Elefanten stehen dort herum, wie bei uns die Kühe auf der Wiese. Man kommt
gar nicht umhin, hier auf diese friedlichen Riesen zu treffen und es ist ein einmaliges
Erlebnis, wenn so ein großes Tier unmittelbar vor dem Auto die Strasse kreuzt oder sich
direkt neben dem Auto an einem Baobab den Rücken kratzt. Allerdings ist es hier besonders
wichtig, zur richtigen Zeit im Park zu sein, also Jahreszeit, denn es kann durchaus
passieren, dass man keinen einzigen Elefanten sieht, haben wir uns sagen lassen. Also
unbedingt vorher erkundigen!
Wir haben abwechselnd in Lodges und auf Special
Campsites übernachtet. Die ersten beiden Nächte verbrachten wir, wie bereits erwähnt,
in der Mt. Meru Sanctuary Lodge, die zwar schon ein bisschen in die Jahre gekommen ist,
aber dafür wird man mit einem herrlichen Ausblick auf den Kilimanjaro belohnt und einem
hauseigenen Zoo", d.h. es gibt dort unmittelbar angrenzend ein Areal für
Tiere, die nach einer Verletzung gepflegt bzw. dort aufgezogen werden und anschließend
wieder in die Wildnis entlassen.
Eine Tented Lodge, die uns sehr gefallen hat, war
die Kirurumu Lodge. Es ist alles sehr weitläufig angelegt und es arbeiten hier viele
Maasai. Die Tented Bungalows sind geräumig, sauber und sie haben vor allem einen
großartigen Ausblick auf den Lake Manyara hinunter. Ausgesprochen toll empfanden wir auch
die Lake Natron Tented Lodge, die sich in einer derart unwirtlichen Gegend befindet, dass
man dort nie solchen Luxus erwarten würde. Hier waren es auch die Details, die uns ins
Auge gestochen sind, wie beispielsweise die Lichtschalter in den Tented Bungalows, die in
Kokosnüsse integriert sind und von der Decke hängen. Außerdem gibt es hier sogar einen
Pool, was echt abartig ist in einer derart wasserarmen Gegend.
In der Serengeti haben wir eine Nacht in der Lobo
Lodge verbracht, die riesig ist. Sie liegt an einen Felsen geschmiegt mit Pool und Bar auf
einer ausladenden Terrasse und einem unglaublichen Blick in die Serengeti. Der Ausblick
hier sucht wahrlich seinesgleichen. Wir hatten Glück, dass grade mal drei weitere
Pärchen hier waren, die angesichts der Größe der Lodge wie unsichtbar waren, aber wenn
die Hütte voll ist, würde ich hier nicht sein wollen.
Eine weitere Lodge war die Ndutu Safari Lodge, die
sich bereits in der Ngorongoro Conservation Area befindet. Hier hatten wir einen
normalen" Bungalow und überhaupt haben wir alles hier als eher
normal" empfunden und nicht so luxuriös, denn es gibt hier kein wirkliches
Highlight. Allerdings war das Essen ganz hervorragend.
Die letzte Lodge, in der wir schliefen, war die
Ngorongoro Sopa Lodge, die einzige Lodge auf dem Ostrand des Kraters, die damit auch
herrliche Sonnenuntergänge zu bieten hat. Auch diese Lodge ist riesig und wahrscheinlich
in den seltensten Fällen leer oder schlecht besucht. Uns waren hier einfach zu viele
Leute und auch zuviel Trubel, aber das lag daran, dass wir die Nächte davor allein auf
unseren Special Campsites verbrachten, was unseres Erachtens die exklusivste Variante ist
mitten im Busch, mitten in der Natur, mitten unter allen Tieren, und dennoch mit
jeglichem Komfort...
...Am Ende unserer zweiwöchigen Safari
übernachteten wir ein weiteres Mal in der Mt. Meru Lodge, bevor wir vom Arusha Airport
mit Coastal Aviation auf die Insel Mafia flogen. Der abenteuerliche Flug in einer
Propellermaschine für zwölf Personen und nur einem Piloten (kein Co-Pilot!) dauerte
über drei Stunden, da wir zuerst Zanzibar und dann Dar es Salaam anflogen, wo wir in eine
andere Maschine stiegen und letztlich auf dem Mafia Airport mit einer nicht-asphaltierten
Landepiste ankamen. Wir wurden dort bereits erwartet (übrigens hat das mit den Transfers
immer überall perfekt geklappt) und zur Pole Pole Lodge gebracht. Als wir dort ankamen,
hatte ich das Gefühl, im Paradies gelandet zu sein. Einmal abgesehen von der herrlichen Lage (jeder der sechs großen
Bungalows hat Blick auf das Meer) und dem geschmackvollen Stil der Anlage (sauber, Liebe
zum Detail, ausschließlich natürliche Materialien) ist das Service freundlich,
aufmerksam, zuvorkommend, unaufdringlich - einfach perfekt. Das Essen ist hervorragend,
Italian Style mit viel Fisch und Seafood, die Bungalows sind stilvoll eingerichtet und
angenehm geräumig mit großer Terrasse zum Relaxen, das Angebot an Freizeitaktivitäten
ist recht gut (sportlich und kulturell), die Atmosphäre ist familiär und sehr angenehm
und die anderen Gäste waren zurückhaltend und unaufdringlich. Wir gingen jeden Tag
tauchen die Tauchbasis liegt in unmittelbarer Nähe zur Lodge. Es war unser erstes
Mal im Indischen Ozean und wir waren begeistert. Es gibt echt tolle Plätze mit einem
unbeschreiblichen Fischreichtum, nur leider sind erst wenige davon erschlossen. Die Basis
wird seit kurzem von einem südafrikanischen Pärchen geführt, das es sich aber zur
Aufgabe gemacht hat, hier etwas aufzubauen und auch neue Tauchplätze zu ergründen. Es
gibt keinen Swimmingpool, der aber wirklich überflüssig wäre man braucht ihn
hier einfach nicht. Auf Sonderwünsche wird ohne große Umstände eingegangen und wenn man
hier ist, sollte man sich unbedingt eine Massage in der offenen Strandhütte direkt am
Meer gönnen.
Für uns war es der perfekte Abschluss und wir
flogen wirklich schweren Herzens zurück ins verschneite Österreich.