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Tanzania Dezember 2009

"Liebes Globetrotter-Team und alle, die bei der Organisation unserer Reise beteiligt waren!

Vorweg sei gleich gesagt, dass dieser Urlaub alle unsere Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern auch übertroffen hat. Freilich haben wir vor Antritt der Reise die diversen Einträge gelesen und gehofft, dass wir ähnlich begeistert sein werden, aber wie unglaublich fantastisch es dann werden würde, das haben wir nicht gedacht.

Aber nun zum Beginn. Nachdem wir uns vor etwa einem Jahr dazu entschlossen hatten zu heiraten und unsere Hochzeitsreise nach Afrika zu machen, haben wir uns diverse Reiseführer gekauft und uns erst einmal über das Land informiert, die Klimazonen, die Regionen, was es wo und wann zu sehen gibt und dann sondiert, was wir denn eigentlich erleben möchten. Da mein Mann schon von Kindheit an einmal den Ngorongoro Krater sehen wollte und wir die Serengeti auf unserem Soll-Konto stehen hatten, war schnell entschieden, dass es nach Tanzania gehen sollte. Eine Safari sollte es werden und ein anschließender Badeaufenthalt mit Tauchen auf Zanzibar.

Es dauerte etwas, bis wir durchschauten, was Tented Lodges, Selected Special Campsites, Public Campsites, normale Lodges usw. waren und wir waren uns auch nicht ganz sicher, ob wir so eine durchgeplante Safari überhaupt machen wollten – wenn man schon am Beginn der Reise weiß, wo man an welchem Tag sein wird. Schließlich waren wir bisher immer nur auf eigene Faust unterwegs und meistens auch im Zelt, aber bis dato waren wir auch nur in Ländern, die unserem Kulturkreis entsprechen und sowohl bei Flora und Fauna mit Ähnlichem aufwarten können, wie Österreich, als auch bei den Menschen und deren Lebensumständen. Nun denn, ich schrieb eine Zusammenstellung von den uns wichtigen Punkten und fragte damit bei diversen Safari-Anbietern in Deutschland, der Schweiz und auch in Afrika per Mail an. Manchen schien es nicht der Mühe wert, überhaupt zu antworten, andere wiederum schickten ein vorgefertigtes Programm mit fixem Termin retour, meist für Gruppenreisen. Einer der wenigen, die mich anriefen, war Klaus Cholewa. Nachdem wir uns knapp eine Stunde darüber unterhalten hatten, was wir denn schon von diesem Land kennen, was wir unbedingt sehen möchten, wie unsere Vorstellungen überhaupt sind, wann der richtige Reisezeitraum sei etc. war ich zuversichtlich, eine Agentur gefunden zu haben, die nicht nur Ahnung von ihrem Geschäft hat, sondern auch Interesse daran, das Land ihren Kunden den eigenen Bedürfnissen entsprechend nahe zu bringen. Wir bekamen kurz darauf ein individuell zusammengestelltes Programm, das wir im weiteren Verlauf unserer Planungen mehrmals nach den Ratschlägen und Erfahrungen von Klaus Cholewa abänderten und unseren Vorstellungen anpassten. Beispielsweise riet er uns, so oft als möglich auf Special Campsites zu übernachten (was wohl der beste Tipp der ganzen Reise war) oder aber unsere dritte Woche nicht auf Zanzibar zu verbringen (wir wollten tauchen gehen), sondern auf einer Insel namens Mafia, südlicher gelegen. Wir verließen uns letztlich auf jemanden, den wir nicht kannten und dessen Job es war, Reisen zu verkaufen. Ein bisschen Zweifel und Sorge darüber, ob das denn alles so werden würde, wie wir uns das vorgestellt hatten, blieben also.

Nun denn, am Samstag, 28. November 2009 sollte es losgehen. Wir flogen mit KLM von München über Amsterdam nach Tanzania und landeten gegen 22.00 Uhr am Kilimanjaro International Airport. Dort wurden wir bei angenehm warmen Temperaturen bereits von Kimambo erwartet, der uns zur Mt. Meru Sanctuary Lodge brachte...
...Er ist sehr zurückhaltend und ruhig, weiß unglaublich viel über sein Land, die Tiere und die Pflanzen, fährt den Landcruiser extrem bedacht und sicher, was eine Kunst ist bei den sog. Strassen und ihm entgeht nichts mit seinen „Adleraugen". Wir haben seine Gesellschaft, sein Wesen, sein Wissen und seine unaufdringliche Art sehr zu schätzen gelernt. Auch der Rest der Crew, der uns auf unseren Special Campsites begleiten sollte, ist uns sehr ans Herz gewachsen. Allen voran Goody, unser Koch, der uns mit unglaublichen 3-Gänge-Menüs verwöhnte und auf seinem offenen Feuer Essen zauberte, die sich auch hier in Europa keineswegs verstecken müssen. Im Gegenteil, sein Essen, das ja unter wirklich widrigen Umständen zubereitet wird, war besser, als all jene, die wir in den diversen Lodges bekamen und wir freuten uns jedes Mal aufs Neue, was es denn diesmal wieder geben wird. Mit von der Partie waren außerdem Asafa und Boka, die uns „bedienten", wenn man so will. Sie waren für den Aufbau des Camps zuständig, servierten das Essen und erfüllten uns auch sonst jeden unserer Wünsche, sofern es in ihrer Macht lag. An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal ganz herzlich bei ihnen bedanken!

Unsere Safari sollte 14 Tage dauern und uns in folgende Regionen bringen: Arusha Nationalpark, Lake Manyara Nationalpark, Lake Natron, Serengeti bzw. Seronera, Ngorongoro Area und Crater und Tarangire Nationalpark. Der Arusha Nationalpark ist in Ordnung als Einstieg für diejenigen, die noch nie in Afrika waren, wie wir. Man sieht dort Giraffen, Paviane, Wasserbüffel, diverse Bockarten, Flamingos, Zebras und einiges mehr. Wesentlich beeindruckender ist dann schon der Lake Manyara Nationalpark, denn die Landschaft da ist fantastisch und sehr abwechslungsreich – es gibt dort einige der bekannten Baobab Bäume – und auch die Tierwelt bietet mehr als der Arusha Nationalpark. Beispielsweise konnten wir Nilpferde und Elefanten sehen, aber auch Gnus, Gazellen, Warzenschweine und sogar Löwen in einiger Entfernung.

Wer zeitlich die Möglichkeit hat, zum Lake Natron zu kommen, sollte dies unbedingt machen. Die Landschaft dort ist derart fantastisch und so verschieden von dem bis dato gesehenen, dass einem manchmal der Atem wegbleibt.

Nun aber zur Serengeti: Sollten wir gefragt werden, welches Gebiet uns am meisten gefallen hat und was wir besonders empfehlen würden, dann ist es auf jeden Fall die Serengeti. Man sollte sich für diesen Teil soviel Zeit wie möglich nehmen, denn es ist so facettenreich und vor allem riesig, dass man Wochen hier verbringen könnte. Abgesehen davon hatten wir das Glück, oder vielmehr hat Hr. Cholewa unseren Urlaub und unsere Aufenthalte so getimt, dass wir die Great Migration in der Serengeti sehen durften, was wirklich überwältigend ist. An Tieren sieht man hier alles, was das Herz begehrt und vor allem aus einer Distanz, dass eine Pocketkamera ausreicht, um die Tiere bildfüllend aufnehmen zu können (wir hatten sogar einen Leoparden direkt neben dem Auto).

Unsere Erwartungen hinsichtlich des Ngorongoro Kraters waren groß, schließlich hatten wir schon Dokumentationen gesehen und viel darüber gelesen. Wir wurden nicht enttäuscht. Wenn man das erste Mal am Kraterrand steht und in die Caldera blickt, meint man, der Garten Eden liegt vor einem. Man muss allerdings auch dazusagen, dass es vollkommen ausreicht, hier nur einen Tag zu verbringen, denn man kann in ein paar Stunden alle vorhandenen Strassen abfahren. Nachdem wir laut unserem Programm lediglich einen Tag im Krater verbringen sollten, hatten wir nämlich zunächst die Befürchtung, dass das viel zu kurz sein würde.

Am Ende unserer Safari fuhren wir auch noch in den Tarangire Nationalpark, der bekannt ist für seine riesige Elefantenpopulation. Und es stimmt, die Elefanten stehen dort herum, wie bei uns die Kühe auf der Wiese. Man kommt gar nicht umhin, hier auf diese friedlichen Riesen zu treffen und es ist ein einmaliges Erlebnis, wenn so ein großes Tier unmittelbar vor dem Auto die Strasse kreuzt oder sich direkt neben dem Auto an einem Baobab den Rücken kratzt. Allerdings ist es hier besonders wichtig, zur richtigen Zeit im Park zu sein, also Jahreszeit, denn es kann durchaus passieren, dass man keinen einzigen Elefanten sieht, haben wir uns sagen lassen. Also unbedingt vorher erkundigen!

Wir haben abwechselnd in Lodges und auf Special Campsites übernachtet. Die ersten beiden Nächte verbrachten wir, wie bereits erwähnt, in der Mt. Meru Sanctuary Lodge, die zwar schon ein bisschen in die Jahre gekommen ist, aber dafür wird man mit einem herrlichen Ausblick auf den Kilimanjaro belohnt und einem hauseigenen „Zoo", d.h. es gibt dort unmittelbar angrenzend ein Areal für Tiere, die nach einer Verletzung gepflegt bzw. dort aufgezogen werden und anschließend wieder in die Wildnis entlassen.

Eine Tented Lodge, die uns sehr gefallen hat, war die Kirurumu Lodge. Es ist alles sehr weitläufig angelegt und es arbeiten hier viele Maasai. Die Tented Bungalows sind geräumig, sauber und sie haben vor allem einen großartigen Ausblick auf den Lake Manyara hinunter. Ausgesprochen toll empfanden wir auch die Lake Natron Tented Lodge, die sich in einer derart unwirtlichen Gegend befindet, dass man dort nie solchen Luxus erwarten würde. Hier waren es auch die Details, die uns ins Auge gestochen sind, wie beispielsweise die Lichtschalter in den Tented Bungalows, die in Kokosnüsse integriert sind und von der Decke hängen. Außerdem gibt es hier sogar einen Pool, was echt abartig ist in einer derart wasserarmen Gegend.

In der Serengeti haben wir eine Nacht in der Lobo Lodge verbracht, die riesig ist. Sie liegt an einen Felsen geschmiegt mit Pool und Bar auf einer ausladenden Terrasse und einem unglaublichen Blick in die Serengeti. Der Ausblick hier sucht wahrlich seinesgleichen. Wir hatten Glück, dass grade mal drei weitere Pärchen hier waren, die angesichts der Größe der Lodge wie unsichtbar waren, aber wenn die Hütte voll ist, würde ich hier nicht sein wollen.

Eine weitere Lodge war die Ndutu Safari Lodge, die sich bereits in der Ngorongoro Conservation Area befindet. Hier hatten wir einen „normalen" Bungalow und überhaupt haben wir alles hier als eher „normal" empfunden und nicht so luxuriös, denn es gibt hier kein wirkliches Highlight. Allerdings war das Essen ganz hervorragend.

Die letzte Lodge, in der wir schliefen, war die Ngorongoro Sopa Lodge, die einzige Lodge auf dem Ostrand des Kraters, die damit auch herrliche Sonnenuntergänge zu bieten hat. Auch diese Lodge ist riesig und wahrscheinlich in den seltensten Fällen leer oder schlecht besucht. Uns waren hier einfach zu viele Leute und auch zuviel Trubel, aber das lag daran, dass wir die Nächte davor allein auf unseren Special Campsites verbrachten, was unseres Erachtens die exklusivste Variante ist – mitten im Busch, mitten in der Natur, mitten unter allen Tieren, und dennoch mit jeglichem Komfort...

...Am Ende unserer zweiwöchigen Safari übernachteten wir ein weiteres Mal in der Mt. Meru Lodge, bevor wir vom Arusha Airport mit Coastal Aviation auf die Insel Mafia flogen. Der abenteuerliche Flug in einer Propellermaschine für zwölf Personen und nur einem Piloten (kein Co-Pilot!) dauerte über drei Stunden, da wir zuerst Zanzibar und dann Dar es Salaam anflogen, wo wir in eine andere Maschine stiegen und letztlich auf dem Mafia Airport mit einer nicht-asphaltierten Landepiste ankamen. Wir wurden dort bereits erwartet (übrigens hat das mit den Transfers immer überall perfekt geklappt) und zur Pole Pole Lodge gebracht. Als wir dort ankamen, hatte ich das Gefühl, im Paradies gelandet zu sein. Einmal abgesehen von der herrlichen Lage (jeder der sechs großen Bungalows hat Blick auf das Meer) und dem geschmackvollen Stil der Anlage (sauber, Liebe zum Detail, ausschließlich natürliche Materialien) ist das Service freundlich, aufmerksam, zuvorkommend, unaufdringlich - einfach perfekt. Das Essen ist hervorragend, Italian Style mit viel Fisch und Seafood, die Bungalows sind stilvoll eingerichtet und angenehm geräumig mit großer Terrasse zum Relaxen, das Angebot an Freizeitaktivitäten ist recht gut (sportlich und kulturell), die Atmosphäre ist familiär und sehr angenehm und die anderen Gäste waren zurückhaltend und unaufdringlich. Wir gingen jeden Tag tauchen – die Tauchbasis liegt in unmittelbarer Nähe zur Lodge. Es war unser erstes Mal im Indischen Ozean und wir waren begeistert. Es gibt echt tolle Plätze mit einem unbeschreiblichen Fischreichtum, nur leider sind erst wenige davon erschlossen. Die Basis wird seit kurzem von einem südafrikanischen Pärchen geführt, das es sich aber zur Aufgabe gemacht hat, hier etwas aufzubauen und auch neue Tauchplätze zu ergründen. Es gibt keinen Swimmingpool, der aber wirklich überflüssig wäre – man braucht ihn hier einfach nicht. Auf Sonderwünsche wird ohne große Umstände eingegangen und wenn man hier ist, sollte man sich unbedingt eine Massage in der offenen Strandhütte direkt am Meer gönnen.

Für uns war es der perfekte Abschluss und wir flogen wirklich schweren Herzens zurück ins verschneite Österreich.

So, nun bin ich aber am Ende meines Berichts, der noch viel länger und detaillierter ausfallen hätte können, den aber wahrscheinlich sonst keiner mehr gelesen hätte."

Vielen herzlichen Dank, dass wir Afrika so erleben durften! Wir kommen wieder!

Gudrun und Alexander G. (Salzburg)Top





Last update: 04.02.10 17:35:30
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